Intelligente Wallbox für Photovoltaik

E-Auto zuhause laden mit Photovoltaik: Wie es funktioniert und was es dir bringt

18. Oktober 2023

Du hast ein Elektroauto und willst es mit eigenem Solarstrom laden? Das klingt nicht nur gut. Das ist auch clever. Denn so sparst du nicht nur Kohle, sondern auch CO2. Mit einer eigenen Solaranlage für dein E-Auto kannst du sicher sein, dass der Strom nur aus sauberen Quellen stammt. Außerdem bist du unabhängig von Strompreisen.

Wir zeigen, wie du dein E-Auto mit Solarstrom laden kannst und welche Komponenten du dafür benötigst. Darüber hinaus zeigen wir dir die optimale Berechnung PV-Anlagengröße und welche finanziellen Anreize es gibt. So bist du bestens gerüstet, um die Vorteile der Elektromobilität voll auszuschöpfen. 

Aus aktuellem Anlass: Seit Herbst 2023 kannst von der Bundesregierung Geld bekommen, wenn du dir eine Photovoltaik-Anlage, einen Speicher und eine Ladestation für dein Elektroauto kaufst und installierst. Dafür gibt es ein neues Programm, das „Solarstrom für Elektroautos (442)“ heißt. Erfahre hier, wie du die Förderung KfW 442 beantragen kannst.

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Warum du das E-Auto mit Solar laden solltest

Das Laden deins Elektroautos mit Solarstrom lohnt sich aus mehreren Gründen. Zum einen tust du etwas Gutes für die Umwelt, zum anderen sparst du auch Geld. Hier sind die wichtigsten Gründe, warum eine Wallbox und eine PV-Anlage ein Dreamteam sind: 

  • Ökologische Vorteile: Solarstrom ist eine erneuerbare Energiequelle, die bei der Stromerzeugung keine schädlichen Emissionen verursacht. Wenn du dein Elektroauto mit Solarstrom lädst, reduzierst du deinen CO2-Fußabdruck und trägst zum Klimaschutz bei. Laut Umweltbundesamt kannst du mit einer PV-Anlage auf dem Dach pro Kilowattstunde Strom um die 700 Gramm CO2 einsparen. Genauere Zahlen für deine Installation kannst du mit dem Ökobilanzrechner für Photovoltaikanlagen berechnen. 
  • Ökonomische Vorteile: Solarstrom ist eine günstige Energiequelle, die dich unabhängiger von schwankenden Strompreisen macht. So sparst du Geld, das du sonst für Netzstrom, Benzin oder Diesel ausgeben müsstest. Außerdem profitierst du von verschiedenen Förderungen, die den Kauf sowie Betrieb einer PV-Anlage und Wallbox erleichtern. Laut Finanztip.de kostet dich eine selbsterzeugte Kilowattstunde Strom etwa 12 bis 16 Cent. Für eine Kilowattstunde Netzstrom zahlst du laut Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 47 Cent pro Kilowattstunde

 

Warum überhaupt eine private Ladestation?

Du möchtest dein Elektroauto an der normalen Steckdose laden? Das ist keine gute Idee. Denn das Laden über die Schuko-Steckdose kann die Elektroinstallation deines Hauses stark belasten und die Brandgefahr erhöhen. Eine Wallbox ist die bessere Alternative.  

Eine Wallbox ist sicherer, schneller und effizienter. Ein Elektroauto mit 50-kWh-Akku an der 2,3-kW-Steckdose benötigt fast 22 Stunden. Unsere 11-kW-Wallboxen laden das Elektrofahrzeug in unter 4,5 Stunden. Beim Laden mit Wechselstrom entstehen Ladeverluste. Je länger der Ladevorgang dauert, desto höher sind die Ladeverluste. Lädst du an der Wallbox mit maximaler Leistung, ist der Ladevorgang kürzer und effizienter.  

Du willst Schwierigkeiten beim Anschluss der Wallbox vermeiden? Dann schau in diesem Artikel vorbei. Erfahre, warum du eine Wallbox benötigst, wie wichtig der Hausanschlusswert ist und was einphasiger Strom und Starkstrom bedeuten. In einem weiteren Artikel erfährst du mehr über die Voraussetzungen und rechtlichen Fragen einer Wallbox-Installation

 

Darf man die Wallbox selbst installieren?

Du solltest deine 11-kW-Wallbox auf keinen Fall selbst installieren, auch wenn du handwerklich begabt bist. Nur Elektrofachkräfte dürfen Ladestationen mit Starkstromanschluss installieren. Geregelt ist dies in §13 der Niederspannungsanschlussverordnung. Eine Elektrofachkraft stellt auch sicher, dass die Ladestation und Elektrik im Schaltplan richtig erfasst werden.  

 

Wie kann man das Elektroauto mit Solarstrom laden?

Mit selbst erzeugtem Solarstrom aus der PV-Anlage das E-Auto laden: Wie funktioniert das genau? 

Das grundlegende Setup besteht aus einer PV-Anlage, einer Ladestation und einem Stromfluss-Zähler. Um das Elektroauto mit Solarstrom zu laden, gibt es verschiedene Strategien für das sogenannte PV-Überschussladen. 

PV-Überschussladen bedeutet, dass du für den Ladevorgang Solarstrom nutzt, der im Haus nicht benötigt wird. So vermeidest du, Strom aus dem Netz zu beziehen oder ins Netz einzuspeisen. Das PV-Überschussladen kann manuell, vordefiniert oder dynamisch erfolgen. 

  • Manuell: Du schaust auf den Wechselrichter oder eine App, um zu sehen, ob es einen PV-Überschuss gibt. Danach startest du den Ladevorgang via App und stellst die Ladeleistung auf den geschätzten PV-Überschuss ein. Diese Variante ist zeitaufwändig und ungenau, erfordert aber keine zusätzlichen Komponenten oder Installationen. 
  • Vordefiniert: Du legst einen festen Schwellenwert fest, ab dem deine Wallbox automatisch den Ladevorgang startet. Zum Beispiel kannst du einstellen, dass deine Wallbox erst lädt, wenn deine Solaranlage mindestens 3 kW Überschuss produziert. Diese Variante ist einfach und kostengünstig, aber nicht sehr flexibel oder effizient. 
  • Dynamisch: Du nutzt die intelligente Steuerung. Sie erkennt den Stromfluss am Zähler und passt die Ladeleistung kontinuierlich an den aktuellen PV-Überschuss an. Du kannst zum Beispiel einstellen, dass deine Wallbox immer 70 % des PV-Überschusses zum Laden verwendet. Diese Variante ist komfortabel und optimal, aber auch etwas komplexer. 

 

Wallbox mit PV-Anlage koppeln: Auf was ist vor dem Kauf der Wallbox zu achten?

Wenn du eine Wallbox mit Solar-Anbindung kaufen möchtest, solltest du einige Kriterien beachten: 

  • Ladeleistung: Je höher die Ladeleistung ist, desto schneller lädt sich dein Elektroauto auf. Die Ladeleistung hängt von deiner PV-Anlage, dem Wallbox-Anschluss und der Elektroauto-Ladeleistung ab. Die meisten heimischen Wallboxen bieten maximal 11 kW. Allerdings steigen auch die Anschlusskosten und die Anforderungen an deine PV-Anlage. 
  • Phasenumschaltung: Um mit weniger als 4,1 kW laden zu können, ist eine Wallbox mit Phasenumschaltung erforderlich. Beispielsweise die Wallbox connect.solar. So kann die Wallbox zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden wechseln und bei geringem Solarertrag unter 4,1 kW laden.  
  • Kompatibilität: Damit du eine Wallbox in dein HEMS integrieren kannst, muss es die Funktion des PV-Überschussladens unterstützen. Außerdem muss es sich mit deiner PV-Anlage und (optional) deiner Wallbox verbinden können. So kannst du dein Elektroauto optimal mit Solarstrom laden und deinen Eigenverbrauch maximieren. 
  • Sicherheitsfunktionen: Achte darauf, dass deine Wallbox einen FI-Schalter hat, der bei einem Fehlerstrom den Stromkreis abschaltet. Außerdem solltest du darauf achten, dass deine Wallbox über eine Zugangskontrolle verfügt, die die Nutzung der Wallbox einschränkt. Das kann zum Beispiel ein Schlüsselschalter, eine RFID-Karte oder eine App sein. 

Was ist eine Phasenumschaltung und warum ist sie wichtig?

Eine Phasenumschaltung ist eine Funktion, mit der deine Wallbox zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden umschalten kann. Der Vorteil? Du kannst dein Auto auch bei wenig Sonnenenergie aufladen und musst keinen Strom aus dem Netz verwenden. 

Die Norm für das Laden von Elektrofahrzeugen besagt, dass auf einer Phase zum Laden mindestens 6A fließen müssen. Darunter darf nicht geladen werden. Wenn das Fahrzeug mit 3 Phasen geladen werden soll, dann muss die PV-Anlage mindestens 3 x 6A x 230 V = 4,1 kW liefern. Das kann für kleinere Anlagen oder an wolkenverhangenen Tagen dazu führen, dass das Laden nicht möglich ist. Mit 2 abgeschalteten Phasen kann man auch mit einer PV-Leistung von 1,4 kW laden.

Mit einer Phasenumschaltung kann deine Wallbox auf einphasiges Laden umschalten, wenn der Solarertrag unter 4,1 kW fällt. Dein Auto kann dann bereits mit einer Überschussleistung von 1,4 kW geladen werden. So kannst du Solarstrom auch mit kleineren PV-Anlagen oder an bewölkten Tagen zum Laden nutzen. 

 

Wie funktioniert die Phasenumschaltung am Beispiel der Amperfied Wallbox connect.solar?

Nicht alle Wallboxen sind für das E-Auto-Laden mit Photovoltaik optimiert. Achte deshalb beim Kauf darauf, dass deine PV-Wallbox über eine Phasenumschaltung verfügt. In der Amperfied Wallbox connect.solar ist die Phasenumschaltung bereits integriert.

Für das PV-Überschussladen mit der Amperfied Wallbox connect.solar wird nur das externe Leistungsmessgerät Amperfied PowerMeter benötigt. Die integrierte Solar Management Software* übernimmt die Steuerung.

Für das PV-Überschussladen wird nur das externe Leistungsmessgerät (Amperfied PowerMeter) als Zubehör benötigt. Damit ist der Installationsaufwand im Vergleich zu einer umfassenden HEMS-Lösung gering. Dank der integrierten Solar Management Software* ist für das PV-Überschussladen auch keine weitere Software oder externe Steuerung nötig. Über eine App lässt sich die Wallbox steuern und überwachen.

Das Amperfied PowerMeter ermittelt den überschüssigen Solarstromertrag nach Abzug des Hausverbrauchs. Die Solar Management Software passt die Ladeleistung basierend auf den Informationen des Amperfied PowerMeter an. 

Bei einer Sonnenenergie von weniger als 4,1 kW wechselt die Wallbox vom dreiphasigen auf das einphasige Laden. Dadurch ist es möglich, bereits ab 1,4 kW zu laden. So wird das Elektroauto bevorzugt mit dem überschüssigen Solarstrom geladen und der Eigenverbrauch erhöht. Muss das Auto doch mal schneller voll werden, kann zusätzlich auch Netzstrom verwendet werden. 

Soll die Wallbox connect.solar zusätzlich zu einer PV-Anlage mit einem Batteriespeicher verbunden werden, gelingt das mit einem Home Energy Management System (HEMS). Das HEMS steuert und optimiert die Energieflüsse im Haushalt. Außerdem kann die Wallbox über OCPP 1.6 in ein Backend Backend-Systeme eingebunden werden, um die Verwaltung und Fernwartung zu ermöglichen. 

Soll die Wallbox connect.solar zusätzlich mit einem Batteriespeicher verbunden werden, gelingt das mit einem Home Energy Management System (HEMS). Das HEMS übernimmt dann die Steuerung der Energieflüsse im Haushalt und der Phasenumschaltung der Wallbox.

Zum Schutz vor unbefugter Nutzung durch Dritte kann vor dem Ladevorgang eine Autorisierung erfolgen. Dies kann per App oder RFID geschehen. Für die Kommunikation verfügt die Wallbox über integriertes WLAN und einen LAN-Anschluss. Zusätzlich gibt es eine Weboberfläche für zusätzliche Konfiguration-, Steuerungs- und Überwachung-Funktionen. 

* per Software-Update verfügbar ab Q4/2023 

 

kWp und kWh: Was du wissen solltest

Wenn du eine Photovoltaik-Anlage hast oder planst, solltest du kWp und kWh verstehen. kWp ist die Leistung deiner Anlage bei idealen Bedingungen. Das sind 25°C, 1000 W/m² Einstrahlung und ein bestimmtes Lichtspektrum. kWh ist die Energiemenge, die deine Anlage in einer Zeit erzeugt.

Die Leistung hängt von der Einstrahlung und der Temperatur ab. Die Energiemenge hängt von der Leistung und der Zeit ab. Um die Energiemenge zu berechnen, musst du die Leistung mit der Zeit multiplizieren. Um die Leistung zu berechnen, musst du die Energiemenge durch die Zeit teilen. 

In Deutschland kannst du pro kWp deiner Anlage jährlich 900 bis 1.100 kWh Solarstrom erzeugen. Im Süden ist es mehr, im Norden weniger. Du fragst dich vielleicht, wie viel kWp du mit deiner Modulfläche erreichst. Das hängt von der Art der Solarzellen ab. Bei monokristallinen Zellen brauchst du für 1 kWp ca. 6 m² (6 m²/kWp) bei Dünnschichtzellen ca. 10 m² (10 m²/kWp). 

 

Wallbox mit Photovoltaik: Kosten-Vergleich zwischen dem Fahren mit Netzstrom, Solarstrom und Benzin

Um dir zu veranschaulichen, wie viel du mit Solarstrom sparen kannst, haben wir eine Beispielrechnung für verschiedene Fahrprofile und Szenarien erstellt. Wir gehen dabei von folgenden Annahmen aus: 

  • Du fährst ein Elektroauto mit einem Verbrauch von 20 kWh/100 km und einer Batteriekapazität von 60 kWh. 
  • Du zahlst für Netzstrom 40 Cent/kWh und für Superbenzin 1,70 Euro/l. 
  • Du erhältst für eingespeisten Solarstrom 8 Cent/kWh und für selbst genutzten Solarstrom eine EEG-Umlage von 0 Cent/kWh. 
  • Du fährst im Jahr 15.000 km. 

Wir vergleichen nun die Kosten für das Laden deines Elektroautos mit Solarstrom, Netzbezug und einem Benziner: 

  • Szenario A: Du lädst dein Elektroauto nur mit Netzstrom. 
  • Szenario B: Du lädst dein Elektroauto nur mit Solarstrom (PV-Überschussladen). 
  • Szenario C: Du fährst einen Benziner mit einem Verbrauch von 7 l/100 km. 

Die Kosten für das Laden oder Fahren deines Elektroautos berechnen sich wie folgt: 

  • Szenario A: Kosten = Verbrauch × Preis = (15.000 km / 100 km) × 20 kWh × 0.40 Euro/kWh = 1,200 Euro
  • Szenario B: Kosten = Verbrauch × Preis = (15.000 km / 100 km) × 20 kWh × 0.00 Euro/kWh = 3000 kWh × 0.00 Euro/kWh = 240 Euro
  • Szenario C: Kosten = Verbrauch × Preis = (15.000 km / 100 km) × 7 l × 1.7 Euro/l = 1,785 Euro

Faktoren, die die Leistung einer PV-Anlage beeinflussen

Der Stromertrag deiner Photovoltaikanlage hängt davon ab, wie groß und wie leistungsstark deine Anlage ist und wie viel Sonne an deinem Standort scheint. Die Größe deiner Anlage wird in Quadratmetern (m²) angegeben und die Leistung in Kilowatt Peak (kWp). Die Sonneneinstrahlung an deinem Standort, auch regionaler Energieertrag genannt, wird in Kilowattstunden pro Kilowatt Peak und Jahr (kWh/(kWp x a)) angegeben. Ein typischer Wert liegt bei etwa 1.000 kWh/(kWp x a). Wenn du zum Beispiel eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 10 kWp hast, kannst du 10 kWp x 1.000 kWh/(kWp x a) = 10.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. 

Neben der Größe hängt die Leistung deiner Anlage im Einzelnen von diesen Faktoren ab: 

  • Standort: Je nach geografischer Lage und Klimazone variiert die Sonneneinstrahlung und damit der Stromertrag deiner PV-Anlage.  
  • Dachausrichtung: Die optimale Ausrichtung für eine PV-Anlage ist nach Süden mit einem Neigungswinkel von 30 Grad. Abweichungen davon reduzieren den Stromertrag. 
  • Jahreszeit: Im Sommer ist die Sonneneinstrahlung höher als im Winter und du kannst mehr Solarstrom erzeugen und nutzen. Im Winter ist die Sonneneinstrahlung niedriger. Entsprechend musst du mehr Netzstrom beziehen oder einen Batteriespeicher nutzen, um dein Elektroauto zu laden. 
  • Wetter: An sonnigen Tagen kannst du mehr Solarstrom erzeugen und nutzen als an bewölkten oder regnerischen Tagen. 

 

Wie groß muss die Photovoltaikanlage für das E-Auto sein, um die jährliche Fahrleistung zu decken?

Um dein Elektroauto mit Solarstrom aus deiner eigenen Photovoltaikanlage zu versorgen, musst du die Anlage richtig dimensionieren. Das heißt, du musst die Größe und die Leistung deiner Anlage so wählen, dass sie den Strombedarf für dein Elektroauto, aber auch den der anderen Verbraucher wie Wärmepumpe, Backofen, etc. decken kann. Das gelingt dir in zwei Schritten: Erstens musst du wissen, wie viel Strom deine sonstigen Verbraucher benötigen und wie viel dein Elektroauto im Jahr verbraucht. Im zweiten Schritt kannst du dann die optimale Größe und Leistung deiner Anlage berechnen. 

Wichtig: Zur Vereinfachung berücksichtigen wir in der folgenden Berechnung keine weiteren Verbraucher wie Wärmepumpe, Backofen etc. 

Schritt 1: Strombedarf für dein Elektroauto berechnen  

Der Strombedarf für dein Elektroauto hängt von deiner jährlichen Fahrleistung und dem Stromverbrauch pro 100 km ab. Der Verbrauch ist bei jedem Elektroauto anders und hängt auch von deinem Fahrstil ab. Ein typischer Wert liegt bei etwa 20 kWh/100 km. Wenn du zum Beispiel im Jahr 15.000 km fährst, brauchst du 15.000 km / 100 km x 20 kWh = 3.000 kWh Strom pro Jahr für dein Elektroauto.  

Schritt 2: Optimale Größe und Leistung deiner Photovoltaikanlage berechnen  

Um die optimale Größe und Leistung deiner Photovoltaikanlage zu bestimmen, musst du nun – im Rahmen unserer vereinfachten Berechnung – den Strombedarf für dein Elektroauto durch den Stromertrag für deine Photovoltaikanlage teilen. Das ergibt die benötigte Leistung deiner Photovoltaikanlage in kWp. Um die benötigte Fläche deiner Photovoltaikanlage zu bestimmen, musst du die benötigte Leistung deiner Photovoltaikanlage mit dem Faktor 7 m²/kWp multiplizieren. In diesem Faktor sind bereits gewisse Freiflächen berücksichtigt. Das Ergebnis ist die benötigte Fläche deiner Photovoltaikanlage in m². 

Die Formeln zur Bestimmung der optimalen PV-Anlagengröße lauten also: 

PV-Leistung in kWp = Strombedarf für Elektroauto in kWh/aStromertrag für PV-Anlage in kWh/(kWp x a)

PV-Fläche in m² = PV-Leistung in kWp × 7 m²/kWp

Um dir einige Beispiele zu geben, haben wir die Formel für verschiedene Fahrprofile und PV-Anlagengrößen angewendet. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst: 

Fahrprofil

Fahrleistung in km/a

Strombedarf in kWh/a

PV-Leistung in kWp

PV-Fläche in m²

Vielfahrer

30.000

6.000

6

42

Berufspendler

20.000

4.000

4

28

Normalfahrer

15.000

3.000

3

21

Zweitwagen

10.000

2.000

2

14

Wie du siehst, brauchst du je nach Fahrprofil eine unterschiedlich große Solar-Anlage für dein E-Auto, um deine Fahrleistung komplett mit Solarstrom zu decken. Dabei solltest du beachten, dass diese Berechnung nur einen Richtwert darstellt und für deine individuellen Gegebenheiten abweichen kann. Außerdem solltest du bedenken, dass du nicht immer nur dein E-Auto mit den Solarpanelen laden willst.

Zum Beispiel kannst du auch andere Verbraucher in deinem Haushalt mit Solarstrom versorgen oder den überschüssigen Solarstrom ins Netz einspeisen und dafür eine Vergütung erhalten. Umgekehrt kannst du auch Netzstrom beziehen, wenn dein Solarstrom nicht ausreicht, oder einen Batteriespeicher nutzen, um den Solarstrom zeitversetzt zu nutzen. Deshalb empfehlen wir dir, dich von einer Fachkraft beraten zu lassen, bevor du dich für eine PV-Anlage entscheidest. 

 

Solar fürs E-Auto: Größere PV-Anlage oder Batteriespeicher?

Du kannst mehr von deinem selbst erzeugten Strom nutzen, indem du einen Batteriespeicher verwendest. Der Batteriespeicher speichert überschüssigen Strom, den du dann bei Bedarf abrufen kannst. Das kann die Wirtschaftlichkeit deiner PV-Anlage erhöhen, wenn du dein Auto hauptsächlich abends oder nachts lädst.

Ein Batteriespeicher verursacht aber auch zusätzliche Kosten und benötigt Platz. Du musst eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen. Dadurch kannst du herausfinden, ob sich eine größere PV-Anlage und/oder ein Batteriespeicher für dich lohnen. Hol dir dazu Angebote von Fachbetrieben und informiere dich über Förderprogramme für PV-Anlagen und Batteriespeicher.  

 

Kosten, Förderungen, Rentabilität

Der Preis deiner Solartankstelle für zuhause, also die Kosten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die gewählte Photovoltaik-Ladestation, die Größe der PV-Anlage, ein möglicher Batteriespeicher und die örtlichen Gegebenheiten. All diese Faktoren beeinflussen die Gesamtkosten.

Ein Weg, die Kosten zu reduzieren, sind Förderungen. Die beliebtesten Förderungen für Wallboxen waren KfW 440 für Wohngebäude und 441 für Unternehmen. Diese Förderungen sind jedoch bereits ausgeschöpft. In Kombination mit PV-Anlagen und Batteriespeichern gibt es jedoch weiterhin finanzielle Anreize.  

 

KfW-Förderprogramm „Solarstrom für Elektroautos (442)

Konkret hat die Bundesregierung ein neues Förderprogramm für die Kombination von Photovoltaik-Anlage, Speicher und Ladestation für Elektroautos vorgestellt: das KfW-Förderprogramm „Solarstrom für Elektroautos (442)“. Voraussetzung ist, dass du ein Elektroauto besitzt oder bestellt hast und im eigenen Haus wohnst. Das Programm ist im Herbst 2023 gestartet und mit 500 Millionen Euro ausgestattet. Aufgrund großer Nach­frage waren die für 2023 gewährten Haus­halts­mittel in Höhe von 300 Millionen Euro jedoch bereits nach einem Tag ausgeschöpft. Insgesamt hat das Geld für rund 33.000 Anträge gereicht. Es ist jedoch geplant, weitere 200 Millionen Euro für neue Anträge zur Verfügung zu stellen.

Für die Ladestation gibt es pauschal 600 Euro. Für die Photovoltaikanlage bekommst du 600 Euro pro kWp, aber maximal 6.000 Euro. Für den Solarstromspeicher bekommst du 250 Euro pro kWh, jedoch höchstens 3.000 Euro.

Die Anlage muss neu sein und du darfst sie erst bestellen, nachdem du den Antrag gestellt hast. Die Kosten müssen mindestens so hoch sein wie der Zuschuss. Zudem darf die Förderung nicht mit anderen Zuschüssen kombiniert werden.

Die Förderung kann online über „Meine KfW“ beantragt werden. Der Antrag muss vor dem Kauf und der Installation der Anlage gestellt und von der KfW bestätigt werden. Die Förderung ist begrenzt und es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Das Programm gilt nicht für Neubauten, vermietete Objekte, Ferienhäuser oder Eigentumswohnungen.

Die Wallbox connect.solar ist für dieses Programm geeignet. Durch die Anbindung der Solar-Wallbox an einen Energiespeicher, der von einem Heim-Energie-Management-System (HEMS) gesteuert wird, ermöglicht sie ein effizientes, zeitversetztes Laden mit vorher produziertem Solarstrom. 

 

Steuerliche Anreize

Zudem versucht der Staat, den Ausbau der Photovoltaik steuerlich attraktiver zu machen: Für PV-Anlagen gibt es eine Befreiung von der EEG-Umlage für selbst genutzten Solarstrom. Die EEG-Umlage ist eine Abgabe, die alle Stromverbraucher zahlen müssen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu finanzieren. Rückwirkend zum 1. Januar 2022 werden PV-Anlagen bis 30 kWp zudem nicht mehr bei der Einkommensteuer berücksichtigt. Außerdem kannst du seit dem 1. Januar 2023 eine PV-Anlage und einen Batteriespeicher kaufen, ohne 19 % Mehrwertsteuer zu zahlen.  

Die Rentabilität einer PV-Anlage hängt auch davon ab, wie viel Strom du selbst verbrauchen oder einspeisen kannst. Wenn du deinen eigenen Strom nutzt, sparst du die Kosten für den Netzstrom. Der Netzstrom kostete laut BDEW im April 2023 etwa 47 Cent pro Kilowattstunde. Wenn du deinen Strom ins Netz einspeist, bekommst du eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Diese hängt von der Größe und dem Alter deiner Anlage ab. Für Anlagen bis 10 kWp, die seit dem 30. Juli 2022 laufen, sind es 8,2 Cent pro kWh. Für größere oder ältere Anlagen sind es weniger. Die Vergütung gilt für 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Für Anlagen mit Volleinspeisung gibt es höhere Vergütungssätze. Mehr zu aktuellen Förderungen liest du beim Verbraucherzentrale Bundesverband und bei Finanztip

Elektroauto zuhause laden mit Photovoltaik: das Fazit

PV und Elektroauto gelten nicht umsonst als Dreamteam. Denn dein E-Auto über die Solaranlage zu laden lohnt sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Zum einen reduzierst du deinen CO2-Fußabdruck, zum anderen sparst du Geld, das du sonst für Netzstrom oder Treibstoff ausgeben müsstest. Verschiedene finanzielle Anreize vergünstigen die Anschaffung oder den Betrieb einer Wallbox und einer Photovoltaikanlage zusätzlich.

Um dein E-Auto mit Photovoltaik-Strom zu laden, benötigst du eine Photovoltaik-Wallbox mit Phasenumschaltung wie die Amperfied Wallbox connect.solar. Sie misst über ein externes Leistungsmessgerät den Solarstromertrag und den Verbrauch im Haus und passt die Ladeleistung entsprechend an. So kannst du mit geringem Aufwand den Eigenverbrauch von Solarstrom erhöhen. Für weitergehende Funktionen kann die Wallbox mit einem Home Energy Management System (HEMS) verbunden werden.

Die optimale Größe der PV-Anlage hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Fahrleistung, dem Standort, der Dachausrichtung, der Jahreszeit und dem Wetter. Bevor du dich für eine PV-Anlage entscheidest, solltest du dich von einer Fachkraft beraten lassen. Sie kann dir helfen, die PV-Anlage für deine Bedürfnisse richtig zu dimensionieren, sie korrekt zu installieren und dich bei den Formalitäten unterstützen.

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